
Verbinde eine klare Situation mit einer sehr kleinen Handlung und einer echten, sofortigen Befriedigung. Beispiel: Nach dem Zähneputzen fülle ich mein Wasser und trinke drei Schlucke, dann streiche ich ein Kästchen ab. Die Belohnung muss fühlbar sein, nicht abstrakt. Ein Häkchen, ein Mini-Sticker, eine freundliche Selbstbestätigung reichen. Diese Dreierkette stabilisiert sich schnell, weil sie komplett und abgeschlossen wirkt. Sie lädt zur Wiederholung ein, ohne große Überwindung zu verlangen.

Wenn etwas schwer fällt, schrumpfe den Einstieg auf zwei Minuten. Zwei Seiten lesen, zehn Atemzüge, eine Übung, eine E-Mail. Die Brücke trägt dich über die größte Hürde: den Anfang. Häufig verlängert sich die Handlung freiwillig, doch das ist nicht das Ziel. Zähle nur den Einstieg als Erfolg. So trainierst du Identität statt Rekorde: „Ich erscheine“. Diese Haltung macht Kontinuität belastbar und schützt vor Perfektionismus, der oft die eigentliche Barriere ist.

Formuliere konkrete Wenn-dann-Sätze: Wenn ich die Wohnungstür schließe, dann atme ich zweimal tief durch. Wenn der Wasserkocher startet, dann notiere ich eine dankbare Beobachtung. Diese Pläne verknüpfen stabile Hinweise mit kleinen Handlungen, wodurch das Gehirn Verfügbarkeit abruft. Wichtig: präzisiert Ort, Zeit und Abfolge. Schreibe drei Sätze auf, teste sie eine Woche, passe Wörter an, bis sie flüssig klingen. Sprachliche Reibung ist oft das versteckte Hindernis für gelebte Routine.
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